«Innovate Or Die» – Innovation als Überlebensstrategie

Wer überleben will, muss Innovationen vor der Konkurrenz liefern. Welche Werkzeuge es dafür gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Autor:  Alexander Kern

Die Digitalisierung zwingt traditionelle Unternehmen ihre Komfortzone zu verlassen. Wer überleben will, muss Innovationen vor der Konkurrenz liefern (siehe auch Beitrag: Innovation ist der Treiber unserer Wirtschaft). Zum Glück gibt es viele Innovations-Werkzeuge. Aber Vorsicht: Kein Werkzeug darf dem Selbstzweck verfallen!

Wer im Zeitalter der Digitalisierung überleben will, muss Innovation nachhaltig in seinem Unternehmen verankern. Es gilt disruptive Ideen zu generieren, iterativ zu experimentieren, Erfahrung zu sammeln und erfolgsversprechende Vorhaben in hoher Qualität und mit möglichst wenig Aufwand zu liefern. Alles unter dem Vorzeichen «Zeit ist Geld!» – im Zeitalter der Digitalisierung wird der «Time To Market» in Wochen gemessen, nicht in Monaten oder Jahren. Was bisher Start-ups auszeichnete, müssen nun auch traditionelle Unternehmen langfristig in ihre Strategie und Kultur aufnehmen.

Die Herausforderungen der Digitalisierung

  • Es gilt innovative, erfolgsversprechende Vorhaben zügig, in guter Qualität und mit geringem Aufwand an den Kunden zu liefern.
  • Phasenorientierte Projektmethoden sind zu starr für ein innovatives, ungewisses Umfeld. Andere Vorgehensmodelle sind notwendig.
  • Die Produktentwicklung sucht mehr Handlungsspielraum und Flexibilität um die 80-zu-20-Regel einsetzen zu können – mit 20 % Aufwand hat man oft 80 % des Business Values erarbeitet. Diesen Value muss man so schnell wie möglich dem Kunden zur Verfügung stellen und vom Markt erproben lassen!
  • Es werden Möglichkeiten benötigt, um neue Ideen ohne grossem Aufwand greifbar zu machen bzw. zu validieren.

Welche Innovations-Werkzeuge gibt es?

Das Repertoire wächst stetig – hier ein kleiner Auszug:

  • DevOps ermöglicht eine zügige Produktivsetzung neuer und qualitativ hochwertiger Produkte und Funktionen mit möglichst geringem Aufwand.
  • Agile bietet erprobte Ansätze um Vorhaben in einem ungewissen Umfeld erfolgreich umzusetzen.
  • Lean Startup fördert einen iterativen, kundenfokussierten, methodischen Ansatz bei dem man ein Produkt mit den minimalen Anforderungen und Eigenschaften (Stichwort Minimum Viable Product) dem Kunden frühzeitig zur Verfügung stellt – ganz nach dem 80-20 Prinzip.
  • Design Thinking nutzt kostengünstiges Prototyping um neue Ideen schnell greifbar zu machen und auszuprobieren. Das Prinzip ist nicht auf die Produktentwicklung beschränkt und lässt sich in vielen Bereichen einsetzen.
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Innovations-Werkzeuge wie DevOps, Agile, Lean Startup und Design Thinking ebnen den Weg von der Idee zur erfolgreichen Markteinführung.

Wo setzen diese Werkzeuge an?

DevOps umfasst ein breites Spektrum an Handlungsfeldern: Prozesse (Vermeidung von Aufwand über die gesamte Wertschöpfungskette), Organisation (möglichst multidisziplinäre Teams) sowie Technologie (Continuous Delivery, Infrastructure as Code usw.). Der Weg zu DevOps bedingt oft tiefgreifende Veränderungen und geht niemals zu Ende, aber es zahlt sich aus! (siehe Beitrag: Mit DevOps zum Projekterfolg)

Es soll dem jeweiligen Team freigestellt sein, welche Agile Methoden, Frameworks und Praktiken es einsetzen möchte (Stichwort Scrum, Kanban, XP usw.). Aber eines ist klar: Lange Anforderungsanalysen ohne Feedbackzyklen haben ausgedient. Das Wasserfallmodell hat in diesem Umfeld keinen Platz!

Lean Startup kann punktuell eingesetzt werden. Traditionelle Unternehmen können kurzlebige, risikoarme Projekte mit einer einfachen Stakeholderstruktur dazu nutzen, um sich an dieses Vorgehen heranzutasten.

Im Gegensatz dazu sollte Design Thinking im gesamten Unternehmen verankert sein, vom Entscheidungsträger bis zum Ingenieur. Aber Achtung: Es darf nicht zu «Yet Another Process» verkommen!

Nicht vergessen: «Diamonds are created under pressure!»

Die gewählten Methoden und der Mix hängen von der jeweiligen Situation ab. Aber eines steht fest: Die Methoden dürfen nicht dem Selbstzweck dienen! Die Enterprise Tradition der starren Richtlinien und Prozesse gilt es über Bord zu werfen, sonst verkümmert jede Methode irgendwann zur Innovations-Bremse. Dazu gehören auch grosszügige Innovations-Zeitfenster, stetig (leer-) laufende Innovations-Abteilungen, unbegründete Modernisierungen von Technologien oder Methoden. All diese Konstrukte lassen Innovations-Initiativen schnell zur halbherzigen Spielwiese für Erwachsene verkommen.

Straffe Rahmenbedingungen (Stichwort «Constraints») sind massgeblich am Erfolg von Innovationen beteiligt, denn erst sie erzwingen eine fokussierte Zielverfolgung. Schlussendlich müssen alle Anstrengungen einem einzigen Zweck dienen: Innovationen erfolgreich voranzutreiben.