Von der Idee zum erfolgreichen Produkt

Mit der Lean Startup Methode gelangen Sie zu kunden-zentrierten sowie innovativen Produkten und Geschäftsmodellen. Wir zeigen Ihnen die vier wichtigen Mantras.

Autor:  Amancio Bouza

Neue Produktideen enstehen oft mit der Überzeugung von Unternehmen, dass ihre Kunden es brauchen und wollen. Es vergehen Monate, manchmal Jahre, um dieses Produkt zu definieren, umzusetzen und zu perfektionieren. Dabei wurde die Idee niemals mit Kunden validiert oder das Produkt frühzeitig am Markt getestet. Deshalb scheitern Unternehmen mit neuen Produkten oft – und dies langsam und teuer. Beides nicht wünschenswert und in Kombination häufig fatal.

Die Lean Startup Methode bietet einen wissenschaftlichen und im Silicon Valley etablierten Ansatz, um kunden-zentriert ein innovatives Produkt und Geschäftsmodell zu entwickeln, zu managen und ein Produkt mittels agiler Methoden schneller in die Hände ihrer Kunden zu bringen. Lean Startup hilft bei der Strategie, Massnahmendefinition und Umsetzung, um Traction mittels Fast-Learning Cycles zu maximieren. Das reicht vom pivotieren des Produktes, identifizieren und minimieren von Risiken und Unsicherheiten, bis hin zum frühen liefern und testen des Produktes.

Im Folgenden zeigen wir die vier wesentlichen Mantras von Lean Startup.

Mantra 1: Beseitige Unsicherheiten

Bei der Entwicklung eines neuen Produktes gibt es viele Unsicherheiten und Risiken. Oftmals wird in Unternehmen ein «Just Do It»-Ansatz verfolgt: Anforderungen werden gesammelt, Budgets beantragt, aufgebraucht und wieder abgeschrieben. Denn Innovation bedeutet, dass man häufig scheitern muss und darf, richtig? Aber das ist nicht die einzige Option.
Mit der Lean Startup Methode können Unternehmen Ordnung schaffen, indem sie Tools bereitstellen, mit denen sich eine Vision kontinuierlich testen lässt. Damit können Risiken minimiert und das Produkt lässt sich noch entsprechend optimieren.

Lean bedeutet nicht einfach, weniger Geld auszugeben bzw. fail-fast & fail-cheap. Es geht darum, einen Prozess bzw. eine Methodik für die Produktentwicklung einzusetzen, um ein Produkt effektiv zu entwickeln. Das heisst ein Produkt zu entwickeln, welches vom Kunden gewünscht und auch gekauft wird.

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Abb.1: Mit dem Lean Canvas beschreiben Sie das Produkt, identifizieren die grössten Risiken sowie Unsicherheiten und mitigieren diese.

Mantra 2: Arbeite schlauer, nicht härter

Die Lean Startup Methode nimmt an, dass jede neue Produktentwicklung ein grosses Experiment ist, welches eine Frage beantwortet. Dabei ist die Frage nicht «Kann dieses Produkt gebaut werden?». Stattdessen lautet die Frage: «Soll dieses Produkt gebaut werden, sprich existiert ein Kundenbedürfnis?» und «Können wir ein nachhaltiges Geschäft mit diesen Produkten und Dienstleistungen aufbauen?». Solch ein Experiment ist mehr als nur eine akademische Übung; es ist ein erstes Produkt. Wenn es erfolgreich ist, kann ein Manager mit der Produktkampagne starten: Early Adopters anwerben, das Produktteam kontinuierlich vergrössern und das Produkt entwickeln. Wenn das Projekt die Marktreife erlangt, hat es bereits eine etablierte Kundenbasis und der Anbieter kann sich sicher sein, dass das Produkt ein Kundenproblem löst und die entsprechende Nachfrage besteht.

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Abb. 2: Die Schnittmenge von Machbarkeit, Nachfrage und Wirtschaftlichkeit, bildet den Sweet Spot für ein erfolgreiches Produkt.

Mantra 3: Entwickle ein Minimum Viable Product (MVP)

Eine Kernkomponente der Lean Startup Methode ist die Build-Measure-Learn-Schleife. Der erste Schritt besteht darin, das Problem zu entdecken, das gelöst werden muss. Dann beginnt die genannte Schleife. Zuerst wird ein (MVP) entwickelt, welches dieses Problem löst, um den Lernprozess so schnell wie möglich zu starten. Danach gilt es anhand geeigneter Metriken, welche Ursache-Wirkungs-Fragen beantworten, zu messen und aus den Ergebnissen zu lernen.

Häufig wird auch eine investigative Methode namens «Five Whys» verwendet, um auftretende Probleme zu verstehen. Wenn dieser Mess- und Lernprozess richtig durchgeführt wird, ist klar, ob ein Unternehmen die treibenden Kräfte des Geschäftsmodells bewegt oder nicht. Wenn nicht, ist es an der Zeit, eine strukturelle Kurskorrektur sprich Pivot durchzuführen, um eine neue fundamentale Hypothese über das Produkt, die Strategie und den Wachstumsmotor zu testen.

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Abb. 3: Mit einem Minimum Viable Product (MVP) können Sie früh die Nachfrage und den Wert für den Kunden validieren. Nutzen Sie einen MVP, um schnell vom Kunden zu lernen.

Mantra 4: Validiertes Lernen

In der industriellen Fertigung wird Fortschritt an der Produktion von qualitativ hochwertigen Waren gemessen. Aber wie misst man Fortschritt bei der Entwicklung eines innovativen Produktes? Die Einheit heisst: validiertes Lernen – eine rigorose Methode, um Fortschritte bei extremen Unsicherheiten zu demonstrieren.

Sobald sich Unternehmer für validiertes Lernen entscheiden, kann der Entwicklungsprozess erheblich schrumpfen. Denn wenn Unternehmen sich darauf fokussieren, das Richtige zu entwickeln – das, was Kunden wollen und kaufen werden, – müssen Sie nicht Monate damit verbringen, auf einen Produkt-Beta-Launch zu warten, um die Richtung der Produktentwicklung zu ändern. Stattdessen können Unternehmer ihre Pläne inkrementell anpassen.

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Abb. 4: Verinnerlichen Sie die Build-Measure-Learn Schleife und feiern Sie jede Iteration.

Ihr Business Nutzen durch Lean Startup

Niemand möchte 9 von 10 mal scheitern, wenn es eine bessere Möglichkeit gibt. Mit Lean Startup erhöhen Sie die Chance aus einer innovativen Idee ein erfolgreiches Produkt zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. In dieser Methode bedeutet Scheitern Lernen, denn jedes Scheitern bringt uns dem Ziel näher, aus einer Idee ein erfolgreiches Produkt zu entwickeln.

Mit Hilfe des Lean Canvas können wir ein Produkt explizit beschreiben, Risiken identifizieren und minimieren. Die Entwicklung eines MVPs ist dabei zentral, um das Produkt früh, mit geringem Aufwand auf dem Markt zu testen und eine erste Nutzerbasis (Early Adopters) aufzubauen.