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28.07.2025

Digital Health in der Schweiz

Weniger Zeit am Computer bedeutet mehr Zeit für das, was wirklich zählt: die Patient:innen. Chancen für das Schweizer Gesundheitswesen.

Digital Health Schweiz

Eine Position von Lukas Bieri, Experte Gesundheitsbranche ipt, 28.7.2025.

Die Corona-Pandemie hat den Handlungsbedarf offengelegt, nun schafft das Programm DigiSanté Fakten: Die digitale Transformation des Schweizer Gesundheitswesens ist in vollem Gange. Dies bedeutet eine anspruchsvolle technologische Modernisierung der Branche.

Die Kernherausforderung: Interoperabilität und Standards

Wie Anne Lévy, Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), in ihrem Interview auf der Plattform Soziale Sicherheit CHSS schreibt, liegt das Hauptproblem in der fragmentierten IT-Landschaft. Isolierte Systeme in Spitälern, Praxen und Laboren verhindern einen effizienten und sicheren Datenaustausch. Unterschiedliche Datenformate und fehlende semantische Standards machen die Kommunikation zwischen den Systemen fehleranfällig und aufwändig.

Genau hier setzt DigiSanté an. Der Bund schafft die notwendige Infrastruktur und verbindliche Standards. Es geht darum, eine gemeinsame technische und semantische «Sprache» zu etablieren, damit Gesundheitsdaten nahtlos und sicher ausgetauscht werden können.

Herausforderungen die mit der Digitalisierung einherkommen

Der Erfolg der Digitalisierung im Schweizerischen Gesundheitswesen hängt massgeblich davon ab, ob ein konkreter Nutzen für die Patienten realisiert wird. Folglich besteht die zentrale Aufgabe für Leistungserbringer darin, ihre IT-Budgets effizient in die Integration ihrer Systeme und die Datenaufbereitung zu lenken. Ziel ist die Schaffung eines Behandlungs-Mehrwerts unter strikter Einhaltung der Vorgaben zu Datenschutz und Cybersicherheit.

Gleichzeitig eröffnet die Digitalisierung neue Möglichkeiten. So erlaubt der Einsatz von künstlicher Intelligenz eine deutlich effizientere Analyse umfangreicher Daten, was die Behandlungsqualität entscheidend verbessern kann. Auch innovative Versorgungsmodelle wie die Telemedizin entfalten durch die digitale Transformation des Gesundheitswesens ihr volles Potenzial.

Vision 2035: Effizienz durch intelligente Vernetzung

Die Vision ist klar: Ein nahtloser Datenfluss soll nicht nur die Effizienz steigern und Fehler reduzieren, sondern auch einen direkten Nutzen für die Bevölkerung schaffen. Ein Frühwarnsystem für Infektionskrankheiten hilft der Ärzteschaft bei der Planung und den Bürger:innen beim Impfentscheid. Das elektronische Patientendossier (EPD) unterstützt, dass die behandelnde Ärztin nach einem Notfall im Urlaub sofort auf den Spitalbericht zugreifen kann – ohne administrativen Mehraufwand.

​​Das Ziel ist nicht die Digitalisierung um ihrer selbst willen, sondern die Entlastung der Gesundheitsfachpersonen. Weniger Zeit am Computer bedeutet mehr Zeit für das, was wirklich zählt: die Patient:innen.

Disclaimer

Die ipt erbringt IT-Dienstleistungen für das Bundesamt für Gesundheit (BAG).

 

Interesse an weiterführenden Informationen?

  • DigiSanté, Das nationale Programm zur Förderung der digitalen Transformation im Gesundheitswesen, Architekturvision, Juli 2025
  • Interview mit Anne Lévy, Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), Plattform Soziale Sicherheit CHSS, Juli 2025.

Über mich

Ich bin Principal Architect bei ipt und engagiere mich stark für die Digitalisierung des Schweizer Gesundheitswesens.

Lukas Bieri Casual