ipt unterstützte Centris bei der Einführung von DevOps-Prinzipien, GitOps-Prozessen und einer neuen Deployment-Pipeline auf Basis von Red Hat OpenShift Pipelines und Red Hat OpenShift GitOps. Infolgedessen konnte die Markteinführungszeit für neue Funktionen um 75 % verkürzt und die Release-Häufigkeit um 300 % gesteigert werden. Dieses neue Mass an Stabilität, kombiniert mit der Transparenz, die der Red Hat Developer Hub bietet, stärkt das Vertrauen von Kunden und Entwicklern zusätzlich.
Bereitstellung einer Integritätsplattform für die zentralen Geschäftsprozesse von Versicherungen
Kranken- und Unfallversicherer in der ganzen Schweiz vertrauen auf Centris, wenn es um die Entwicklung und Verwaltung von IT-Lösungen geht, die ihre zentralen Versicherungsprozesse unterstützen. Im Mittelpunkt dieses Angebots steht die Swiss Health Platform (SHP) von Centris, eine offene und skalierbare, cloudbasierte Plattform, die Versicherungsabläufe durchgängig unterstützt – von der Schadenbearbeitung über die Policenverwaltung bis hin zum Datenaustausch zwischen den Akteuren des Gesundheitswesens, darunter Versicherer, Dienstleister und digitale Partner.
«Wir haben die SHP auf einer mehrstufigen Infrastruktur aufgebaut», so Bruno Mann, Geschäftsinhaber der Centris AG.
«In der Basisebene befinden sich die vier Kerngeschäftssysteme, die in der Regel von Schweizer Krankenversicherern benötigt werden. Eine Integrationsebene verbindet diese Systeme mit dem weiter gefassten Umfeld – darunter Krankenhäuser, Ärzte und Behörden. Auf der obersten Ebene ermöglichen eine App und ein Webportal den Endnutzern den sicheren Zugriff auf ihre Versicherungsdaten und Leistungsanträge.»
Centris betreibt für jeden seiner SHP-Kunden im Rahmen von umfassenden Outsourcing-Verträgen mindestens vier Instanzen (Entwicklung, Test, Staging und Produktion) seiner mehrschichtigen Architektur, was insgesamt mehr als 40 aktive Umgebungen ergibt. Der Integrationsbedarf ist bei jedem Kunden individuell: Einige nutzen die Kafka-Ebene, andere RESTful-APIs; manche binden Systeme von Drittanbietern wie CRM-Tools ein, während andere spezielle Funktionen benötigen. Diese Vielfalt führt zu hochgradig massgeschneiderten Kombinationen aus Komponenten, Versionen und Konfigurationen.
«Für die Bereitstellung von Software in mehr als 40 unterschiedlichen Umgebungen mit variierenden Konfigurationen war ein hohes Mass an Koordination erforderlich», so Mann.
Auch die Qualitätssicherung erforderte aufgrund der Heterogenität der Kundenumgebungen erhebliche Sorgfalt. Bei den Testzyklen mussten zahlreiche Varianten berücksichtigt werden, und die über mehrere Systeme verteilte Dokumentation machte die Behebung von Problemen zeitaufwändiger.
Um die Entwicklung und den Betrieb der SHP weiter zu optimieren, zog Centris den lokalen Red Hat-Partner Innovation Process Technology AG (ipt) als weiteren Experten hinzu. ipt stellte ein spezialisiertes Team zusammen, das eng mit Centris zusammenarbeitete und eine systematische Bewertung der bestehenden Prozesse durchführte.
«Durch die Bewertung von ipt wurden mehrere Möglichkeiten aufgezeigt, unsere Bereitstellungslandschaft weiter zu modernisieren und zu optimieren – insbesondere in den Bereichen Standardisierung, Automatisierung und Harmonisierung über verschiedene Kundenumgebungen hinweg. Diese Erkenntnisse bildeten die Grundlage für die anschliessende Umgestaltung unserer Bereitstellungs- und Testprozesse», so David Studer, Product Owner bei der Centris AG.
Durch den Aufbau einer automatisierten Deployment-Pipeline mit den Red Hat OpenShift-Operatoren konnten wir unsere Markteinführungs-zeit erheblich verkürzen. Gleichzeitig gibt die höhere Stabilität den Entwicklern das Vertrauen, Releases regelmässiger und vorhersehbarer bereitzustellen.
Einführung einer auf modernen Technologien basierenden Bereitstellungspipeline
Im Rahmen der gemeinsamen Transformation des Bereitstellungsprozesses unterstützte ipt Centris bei der Einführung und Ausweitung von DevOps-Prinzipien, GitOps-Prozessen und cloudnativen Technologien wie Red Hat OpenShift Pipelines (ein Red Hat OpenShift-Operator, der Tekton-Pipelines nutzt) und Red Hat OpenShift GitOps (ein Red Hat OpenShift-Operator, der auf Argo CD aufbaut).
- Red Hat OpenShift Pipelines bietet einen Kubernetes-nativen Ansatz zur Automatisierung von Pipelines für die Softwarebereitstellung. Centris nutzt die Lösung, um Abhängigkeiten zu prüfen, die Kompatibilität sicherzustellen und Integrationstests durchzuführen.
- Red Hat OpenShift GitOps integriert Git-Repositorys, CI/CD-Tools (Continuous Integration/ Continuous Delivery) und Kubernetes. Bei Centris stellt die Lösung den Regelkreis bereit, der Bereitstellungsmanifeste aus einer Single Source of Truth durchsetzt und manuelle Änderungen verhindert.
Im Rahmen des Projekts wurden zwei Pipelines bereitgestellt. Die erste validiert Release-Umgebungen und -Konfigurationen, um sicherzustellen, dass Releases zuverlässig installiert werden können, und generiert anschliessend Argo-CD-Ressourcen, die nach dem Push in das Git-Repository automatisch angewendet werden. Die zweite testet die Bereitstellungen, um zu überprüfen, ob alles läuft und stabil ist.
Die modernisierte Bereitstellungslösung basiert auf Red Hat OpenShift, wo auch die Anwendungs- und Integrationsschichten von SHP in dedizierten Namespaces bereitgestellt werden. Die Red Hat-Plattform ist für Mandantenfähigkeit ausgelegt und wird intern auf Bare-Metal-Servern in einem lokalen Rechenzentrum in der Schweiz betrieben. Im Rahmen der Mandantenfähigkeit wird pro Mandantenkonfiguration eine Argo CD-Instanz eingerichtet, wobei eine primäre Argo CD-Instanz zum Bootstrapping der gesamten mandantenfähigen Infrastruktur verwendet wird.
ipt unterstützte Centris ausserdem bei der Einführung des Red Hat Developer Hub, einer Distributionsversion von Backstage, um Entwicklern und Kunden Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu bieten. Zudem bietet die Lösung Self-Service-Funktionen für alle Bereiche, von der Bereitstellung der Umgebung bis hin zum Betrieb ab dem zweiten Tag.
Der Red Hat Developer Hub bietet uns eine einheitliche Schnittstelle für Dokumentation und APIs. Er verschafft unseren Entwicklern und Kunden einen klaren Überblick über Produktversionen, Abhängigkeiten und den Gesamtzustand ihrer Plattform.
Mehr Vertrauen durch erhöhte Stabilität und schnellere Bereitstellung
Verkürzung der Markteinführungszeit um 75 % und Steigerung der Release-Häufigkeit um 300 %
Die Pipelines haben die Release-Prozesse bei Centris grundlegend verändert und sie von einem hochkomplexen und manuellem Aufwand bedürftigen Prozess zu einem schnellen und reproduzierbaren Verfahren umgestaltet. Dabei kommen von der Entwicklung bis zur Produktion dieselben Manifestdateien und Konfigurationen zum Einsatz. Eine Single Source of Truth verringert das Risiko von Konfigurationsabweichungen, gewährleistet Konsistenz und verhindert unbeabsichtigte manuelle Änderungen.
«Unsere Prozesse waren aufgrund der Vielfalt der Kundenumgebungen zunehmend komplexer geworden», so Studer. «Durch den Aufbau einer automatisierten Deployment-Pipeline mit den Red Hat OpenShift-Operatoren konnten wir unsere Markteinführungszeit erheblich verkürzen. Gleichzeitig gibt die höhere Stabilität den Entwicklern das Vertrauen, Releases regelmässiger und vorhersehbarer bereitzustellen.»
Mehr Stabilität und Senkung der Anzahl der Support-Tickets um 20 %
Mehr Stabilität und Transparenz haben direkt zu einem Rückgang der Support-Anfragen beigetragen. «Das Vertrauen der Kunden in die SHP hat dank der neuen Pipelines und des Portals zugenommen», so Studer. «Die Einführung einer durchgängigen Automatisierung und die Reduzierung manueller Schritte haben die Konsistenz deutlich erhöht und die Zeiten zur Problemlösung verkürzt.»
Die Pipelines prüfen Abhängigkeiten und tragen dazu bei, dass nur kompatible Installationen bereitgestellt werden. Im Anschluss an die Bereitstellung wird durch eine Umgebungsüberprüfung die Stabilität der Umgebung bestätigt. «Red Hat-Technologien bieten Testautomatisierung mit klar definierten Qualitätskontrollen, sodass die unterschiedlichen Anforderungen der Kunden erfüllt werden können», so Mann.
Der Red Hat Developer Hub sorgt zudem für einheitliche Transparenz und Nachvollziehbarkeit und stärkt so das Vertrauen der Kunden weiter. Bei Supportanfragen ermöglicht die Kombination aus der gebündelten Dokumentation im Developer Hub und dem Fachwissen des DevOps-Teams eine schnellere und effizientere Lösung.
Austausch von Fachwissen und Aufbau interner Kompetenzen
ipt brachte sein Fachwissen in den Bereichen moderne DevOps und cloudnative Praktiken ein und entwarf und implementierte einen resilienten Ansatz unter Verwendung des Red Hat-Portfolios. ipt verfolgte einen stark auf Zusammenarbeit ausgerichteten Ansatz und setzte cloudnative Technologien ein. In enger Zusammenarbeit mit Centris half ipt dabei, die Bereitstellungsarchitektur zu optimieren und Vorgehensweisen zu etablieren, die nun die Grundlage des Betriebsmodells bilden.
Insbesondere entwickelte ipt einen flexiblen Bereitstellungsprozess für die komplexe Produkt- und Umgebungslandschaft bei Centris und führte moderne Technologien ein, die es Centris ermöglichen, sich zu einem agileren Unternehmen zu wandeln und manuelle Eingriffe durch eine höhere Stabilität auf ein Minimum zu reduzieren. Dank ipt konnte Centris seinen internen Beschäftigten und Kunden Self-Service-Funktionen zur Verfügung stellen, wodurch diese mehr Kontrolle über ihre Ressourcen erhielten.
Nach Abschluss des Projekts setzte Centris die Zusammenarbeit mit den Entwicklern von ipt innerhalb seiner eigenen Teams fort, wobei Pipeline- und DevOps-Spezialisten ihren Wissensschatz einbrachten. Heute betreibt Centris die Umgebung eigenständig, nachdem im Rahmen des gemeinsamen Projekts interne DevOps- und Pipeline-Kompetenzen aufgebaut wurden.
Ausnutzung des vollen Potenzials der SHP durch neue Pipeline und neues Portal
Dank der Automatisierung mit integrierten Qualitätskontrollen, unterstützt durch Red Hat OpenShift sowie Red Hat OpenShift GitOps und Pipeline-Operatoren, kann Centris SHP effizient und nachhaltig skalieren.
«Die Automatisierung und die Qualitätskontrollen ermöglichen es uns, die SHP zu skalieren und neue Kunden deutlich effizienter aufzunehmen», so Mann. «Dank unserer auf Red Hat-Technologien basierenden Pipeline und unseres Portals kann unser derzeitiges Team mindestens drei, möglicherweise sogar mehr zusätzliche Kunden betreuen, ohne dabei Abstriche in Sachen Qualität oder Stabilität machen zu müssen.»
Centris prüft derzeit auch das Potenzial weiterer Red Hat Services. «Wir wollen die Rolle des Red Hat Developer Hub innerhalb unseres Entwicklungsökosystems weiter ausbauen», so Mann. «Wir möchten unseren Kunden zusätzliche Informationen bereitstellen und den Nutzen für Entwickler steigern, beispielsweise durch die Einbindung von Vorlagen. Mit einem strukturierten Repository können wir die Standardisierung vorantreiben.» Centris beschäftigt sich zudem mit Red Hat AI und nutzt dabei Schnittstellen mit natürlicher Sprache für den Self-Service. Darüber hinaus könnten agentenbasierte KI-Workflows, die MCP-Server (Model Context Protocol) in Kombination mit Red Hat AI nutzen, neue Datenerkenntnisse liefern.
«ipt spielte eine entscheidende Rolle bei der Beschleunigung der Transformation unserer Software-Releases mithilfe des Red Hat-Portfolios», so Studer. «Red Hat OpenShift und seine Operatoren helfen uns dabei, unser SHP-Angebot zu skalieren. «Unser Erfolg mit diesen Red Hat-Technologien zeigt, dass wir über ein reproduzierbares, modernes Rahmenkonzept für die Bereitstellung von Lösungen verfügen.»



