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23.01.2026

Digitale Souveränität als Führungs­aufgabe

Digitale Transformation ist längst kein reines IT-Thema mehr. Sie entscheidet über Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsposition von Unternehmen. Im Kontext davon gewinnt digitale Souveränität an Bedeutung.

Noemi Haag und Christian Fehlmann von ipt erklären digitale Souveränität und deren Dimensionen.

Für Schweizer Unternehmen bedeutet digitale Souveränität nicht Abschottung oder Verzicht auf moderne Technologien. Im Gegenteil: Es geht darum, digitale Technologien bewusst, kontrolliert und strategisch einzusetzen und dabei die eigene Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit zu behalten.

Was digitale Souveränität für Unternehmen wirklich bedeutet

Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, Daten, Technologien und digitale Prozesse selbstbestimmt zu steuern. Unternehmen wissen, wo ihre Daten liegen, welche Technologien sie einsetzen, wie ihre Plattformen betrieben werden, welche Abhängigkeiten bestehen – und welche nicht.

Gerade in der Schweiz, mit hohen Anforderungen an Datenschutz, Stabilität und Vertrauen, ist diese Eigenständigkeit ein entscheidender Erfolgsfaktor. Regulatorische Vorgaben, steigende Cyberrisiken und zunehmende Abhängigkeiten von globalen Technologieanbietern machen deutlich: Wer heute nicht bewusst steuert, verliert morgen Handlungsspielraum.

Die vier strategischen Dimensionen digitaler Souveränität

Digitale Souveränität entsteht nicht durch einzelne Technologien oder Produkte. Sie basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz, der sich auf vier strategische Säulen stützt.

 

1. Datensouveränität: Kontrolle über das wichtigste Gut

Daten sind das Fundament moderner Geschäftsmodelle. Datensouveränität bedeutet, jederzeit Klarheit darüber zu haben:

 

Für Schweizer Unternehmen ist dies eng verknüpft mit dem Datenschutzgesetz (DSG) sowie branchenspezifischen Vorgaben. Datensouveränität schafft Vertrauen bei Kund:innen, Partner:innen und Mitarbeitenden. Und sie bildet die Grundlage für sichere, datengetriebene Innovation.

 

2. Technologische Souveränität: Freiheit statt Abhängigkeit

Technologische Souveränität beschreibt die Fähigkeit, Technologien gezielt auszuwählen, zu kombinieren und weiterzuentwickeln, ohne sich dauerhaft in Abhängigkeiten zu begeben.

Konkret bedeutet das:

  • Einsatz offener Standards und klarer Schnittstellen
  • Vermeidung von Vendor Lock-in
  • Verwendung von Open Source Software

 

Unternehmen behalten so die Kontrolle über ihre technologische Roadmap und können schneller auf neue Anforderungen reagieren.

 

3. Operative Souveränität: Stabilität im laufenden Betrieb

Digitale Systeme müssen nicht nur innovativ, sondern auch zuverlässig sein. Operative Souveränität bedeutet, Plattformen und Services stabil, sicher und resilient betreiben zu können – auch bei Störungen oder Krisen.

Dazu gehören:

  • Klare Betriebsmodelle
  • Business Continuity und Disaster Recovery Fähigkeiten
  • Systeme flexibel skalieren zu können

 

Operative Souveränität stellt sicher, dass das digitale Geschäft nicht zum Risiko, sondern zum stabilen Rückgrat des Unternehmens wird.

 

4. Governance & Strategie: der verbindende Rahmen

Ohne klare Governance bleibt digitale Souveränität Stückwerk. Diese vierte Säule verbindet strategische Ziele mit technischer und organisatorischer Umsetzung.

Sie umfasst:

  • klare Leitplanken für Architektur, Sicherheit und Compliance
  • transparente Entscheidungsprozesse
  • eine langfristige digitale Strategie, die Business und IT verbindet

 

Digitale Souveränität ist damit nicht nur eine technische Frage, sondern vor allem eine Führungsaufgabe.

Wie sieht digitale Souveränität in deinem Unternehmen aus?

Digitale Souveränität ist eine bewusste, individuelle Wahl für jedes Unternehmen. 

Mit unserem Souveränitäts-Kompass helfen wir dir, den Ist- und Soll-Zustand zu identifizieren sowie Handlungsfelder und mögliche technologische Lösungen abzuleiten.

Der Souveränitäts-Kompass von ipt.

Digitale Souveränität als Wettbewerbsvorteil für Unternehmen

Unternehmen, die ihre digitale Eigenständigkeit gezielt stärken, profitieren mehrfach:

  • Geringere Risiken durch bewusste Abhängigkeiten
  • Bessere Compliance- und Auditfähigkeit
  • Höhere Innovationsgeschwindigkeit

 

Digitale Souveränität schafft die Grundlage, digitale Plattformen nicht nur zu betreiben, sondern als strategisches Produkt zu denken und weiterzuentwickeln.

Fazit: Digitale Souveränität entsteht durch bewusste Gestaltung

Digitale Souveränität ist kein Zustand, den man einmal erreicht und dann abhakt. Sie ist ein kontinuierlicher Prozess, der geprägt ist von strategischen Entscheidungen, technologischer Exzellenz und klarer Governance.

Schweizer Unternehmen, die heute in ihre digitale Eigenständigkeit investieren, sichern sich nicht nur Stabilität und Kontrolle, sondern auch langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Aus unserer Sicht ist digitale Souveränität damit ein zentraler Baustein für nachhaltigen digitalen Erfolg.

Über Christian Fehlmann

Als Principal Architekt fördere ich das Sicherheitsbewusstsein in Cloud-Teams und erschwere Angriffe auf IT-Organisationen mittels Zero Trust. Dabei setze ich auf moderne Kollaborationsansätze wie DevSecOps.

Christian Fehlmann Business

Über Noemi Haag

Als Marketing & Kommunikation Verantwortliche beschäftige ich mich intensiv mit Cloud & Security, Plattformen und der Frage, wie Organisationen ihre digitale Souveränität sichern können.

Noemi Haag Business