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28.09.2026

Gartner Summit 2026: Vom KI-Pilot zur Skalierung

Die Experimentierphase bei KI ist vorbei. Wie Schweizer Unternehmen in regulierten Branchen von AI Governance profitieren und Business Value aus ihren Agenten herausholen und was es dazu braucht.

Christian Sanabria und Pascal Moser von ipt auf dem Gartner Summit zur Skalierung von KI und Business Value.

Auf dem Gartner Application Innovation & Business Solutions Summit 2026 in London kommen jährlich IT-Führungskräfte zusammen, um die neuesten Strategien für Software-Engineering, KI und Architektur-Modernisierung zu diskutieren. Die diesjährige Konferenz zeigt eine klare Verschiebung in der KI-Strategie. Die Zeit der reinen Experimente ist vorbei, es geht nun um Skalierung und Business Value.

Besonders für Schweizer Unternehmen in regulierten Branchen wie Banking, Versicherungen und Gesundheitswesen ist dieser Schritt anspruchsvoll. Es gilt Innovationen zu fördern, ohne bei Compliance und Sicherheit Kompromisse einzugehen. Gemäss einer auf der Konferenz präsentierten Umfrage sehen sich über 60 % der C-Level-Verantwortlichen bei der Adaption bereits hinter der Konkurrenz.

Die drei wichtigsten Erkenntnisse aus unserer Sicht:

  • Das Fundament steht: Die Technologie ist bereit, jetzt muss sie sicher und kontrolliert in die Produktion überführt werden (Governance).
  • Der Mensch bleibt im Loop: Software Engineers wandeln sich zu «Forward-Deployed Engineers», während parallel neue Rollen wie «AI Platform Engineers» entstehen.
  • Fokus auf Business Value: Ohne passenden Workflow-Fit und klare Use Cases generiert auch das beste KI-Modell keinen ROI.

 

Gemeinsam mit unseren Experten Christian Sanabria und Pascal Moser werfen wir einen Blick auf die zentralen Erkenntnisse der Konferenz und darauf, was IT-C-Levels jetzt konkret anpacken müssen. 

Was war für euch die übergeordnete Botschaft des Gartner Summits?

Christian: Ganz klar: «Build is done, now it’s scale.» Die Technik und die Konzepte sind da. Jetzt müssen wir die Pilotprojekte in eine Produktionsumgebung überführen. Der Weg dorthin erfordert Governance durch AI-Gateways und permanentes Monitoring. Diese Hilfestellungen dürfen die Innovation jedoch nicht im Keim ersticken. 

Pascal: Das Fundament ist gelegt, jetzt muss Wert generiert werden. Und zur Beruhigung für viele: Die «SaaSpocalypse» bleibt aus. SaaS Produkte werden durch KI-Use-Cases erweitert, aber nicht ersetzt. Niemand wird sein CRM ohne fundiertes Domänenwissen einfach mit KI nachbauen. Ausserdem geht Gartner davon aus, dass 90 % der bis 2028 entwickelten KI-Agenten bis 2030 bereits ein Replatforming oder einen Rebuild benötigen. Die Entwicklungsgeschwindigkeit bleibt extrem hoch.

Warum erzielen so viele KI Use Cases aktuell noch keinen ROI?

Pascal: Weil der Fokus fast ausschliesslich auf dem Modell liegt. Aspekte wie Workflow-Fit, Trust und Governance werden oft vernachlässigt. Dabei sind sie das eigentliche Fundament. Wenn diese Faktoren fehlen, wird der Business Value von vornherein blockiert. 

Christian: Der ROI bleibt oft aus, weil wir krampfhaft nach dem einen «Uber-Killer-Use-Case» suchen und zu lange an den falschen Projekten festhalten. Es geht vielmehr darum, Teams Use Cases ausprobieren zu lassen, diese aber eng zu tracken und bei Misserfolg früh abzubrechen («Fail fast»). Flexibilität durch unabhängige Architekturen und kurze Vertragslaufzeiten für Modelle ist hier entscheidend, um Fehlinvestitionen zu stoppen. 

Wie wird KI die Rolle der Software- und Plattform-Engineers verändern?

Christian: Der Mensch wird bleiben. Teils im Kontroll-Loop für Monitoring, teils ausserhalb bei Entscheidungen, aber zwingend in neuen Rollen. Im Gegensatz zu aktuellen Befürchtungen sind bisher nur rund 1 % der Entlassungen direkt auf KI zurückzuführen. Klassische Plattform- und Software-Engineers werden zu AI Platform Engineers und Forward-Deployed Engineers. Dafür braucht es zielgerichtetes Upskilling. 

Pascal: Wenn wir Software- und Plattform-Engineers nicht gezielt im Umgang mit KI weiterbilden und moderne Prozesse etablieren, haben wir bald das Problem, dass Entwickler:innen täglich Hunderte von Agenten generierte Code-Reviews abarbeiten müssen. Das macht niemanden glücklich. Agenten müssen fähig werden, Pull Requests selbstständig zu mergen. Dafür braucht es enormes Vertrauen, das wir durch Standardisierung und qualitätssteigernde Massnahmen wie Spec-driven Development aufbauen müssen. Entwickler:innen können sich dann wieder auf Innovation und das Business fokussieren.

Was bedeuten KI-Governance und Agent Sprawl für unsere Schweizer Kund:innen im stark regulierten Umfeld?

Pascal: Es kommen im Monatstakt neue Protokolle und Formate auf den Markt. Gerade in regulierten Branchen müssen wir dringend verhindern, dass durch Ad-hoc-Integrationen von Agenten eine Schatten-KI-IT entsteht, die noch komplexer und riskanter ist als die bisherige Schatten-IT. Standardisierte Protokolle und die saubere Einbindung in überwachte KI-Plattformen sind hier absolute Pflicht, um Compliance-Vorgaben einzuhalten. 

Christian: Wichtig ist zudem, Agenten eine Identität zu geben (AIAM) und feste Guardrails zu implementieren. KI muss als Produkt betrachtet werden, die KI-Plattform ist kein Seitenprojekt. Auch das Testing wird anspruchsvoller. Probabilistische Modelle erfordern völlig neue Ansätze und eine automatisierte Qualitätsüberwachung via Benchmarks und Metriken. Nur so lassen sich Entscheide von KI-Systemen auch in Audits nachvollziehbar belegen.

Was ist euer Fazit oder Ausblick für IT-Entscheider?

Christian: Das Konzept «Platform as a Product» wird mit KI überlebenswichtig. Kunden:innen müssen in top-ausgebildete Plattform-Teams investieren, anstatt diese nach dem Release auf einen Minimalbetrieb herunterzuschrauben. Ausserdem greift das aktuelle Standard-Upskilling zu kurz. Es gibt noch zu viel Fokus auf reine Entwicklungs-Effizienz und zu wenig auf den eigentlichen Business Value. 

Pascal: KI-Initiativen dürfen nicht nur aus der IT getrieben werden, sie müssen vom Business gestützt sein. Bei vielen Firmen in der Schweiz sehe ich dies noch nicht als gegeben. Wer KI in den nächsten Jahren lediglich zur Effizienzsteigerung in der Softwareentwicklung nutzt und nicht um die ganze Unternehmensprozesse zu optimieren, wird gegenüber der Konkurrenz ins Hintertreffen geraten. Gartner geht davon aus, dass rund 50 % der Firmen KI-Optimierungen ausserhalb der IDE komplett verpassen werden, wenn sie ihren Fokus nicht erweitern.

Was bedeuten diese Erkenntnisse für deine eigenen KI-Initiativen?

Jede Architektur, jede Regulierung und jede Teamstruktur bringt eigene Herausforderungen mit sich. Christian Sanabria und Pascal Moser ordnen die Trends der Konferenz gerne gemeinsam mit dir ein und teilen weitere Details aus ihren Gesprächen vor Ort.

👉 Tausche dich direkt mit Christian Sanabria oder Pascal Moser aus.

Über Christian Sanabria

«Saubere Architekturen liegen mir als IT-Architekt am Herzen. Diese ermöglichen es mir, Themen wie Security und Integration einfach in meine Lösungen einzubringen und in hoher Qualität umzusetzen.»

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Über Pascal Moser

«Als IT-Architekt kombiniere ich moderne Cloud-Technologien mit stabiler Integration und Security, um nachhaltige, skalierbare und innovative Lösungen für komplexe Anforderungen zu schaffen.»

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