Wie lässt sich Open-Source-KI wie Apertus sicher mit sensiblen Unternehmensdaten nutzen?
Andreas: Apertus setzt genau bei den Themen Compliance und Rechtssicherheit an, da es gezielt auf die Anforderungen des EU AI Acts und des Schweizer Datenschutzes ausgerichtet ist. Es zeigt sehr schön, wie quelloffene KI auch in sensiblen Bereichen wie der Verwaltung oder dem Gesundheitswesen in der Praxis funktionieren kann. Da Quellcode und Trainingsdaten komplett offenliegen, bietet das System die transparente Nachvollziehbarkeit, die in stark regulierten Bereichen erforderlich ist.
Yves: Man muss verstehen: Apertus will die riesigen kommerziellen Flagship-Modelle derzeit nicht 1:1 ersetzen. Es ist vielmehr der Proof of Concept, dass ein offenes Netzwerk das leisten kann, was bisher nur Closed-Source-Hersteller geschafft haben. Der wahre Wert liegt im gesellschaftlichen Know-how, das wir uns damit erarbeiten.
Die nächste grosse Herausforderung ist es nun, proprietäre Daten in einen quelloffenen Standard einzufügen. Hier sind clevere Ideen gefragt, wie das ohne Datenschutzverletzungen und ohne die Aufgabe von Wettbewerbsvorteilen möglich ist. Nur so schaffen wir die Basis für echte, nachhaltige Souveränität.